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Flughafen: Experten unterstützen Nachflugverbot

Experten unterstützen NachflugverbotFlughafenbetreiber und Logistiker wehren sich immer wieder mit Händen und Füßen gegen Nachtflugverbote. Schließlich verspricht nur eine hohe Auslastung mit geringen Stillstandszeiten Gewinne. Allerdings mehren sich die Stimmen von Experten, die in Nachtflügen nur einen geringen Nutzen für die Wirtschaft, dafür umso höhere Beeinträchtigungen sehen. Besonders akut ist das Problem der Nachtflüge derzeit am Frankfurter Flughafen, an dessen neuer Landebahn sich derzeit heftiger Streit entzündet.

Arbeitsplätze nur Alibi?

Gestützt werden die Kritiker u. a. von Medienberichten, welche die Zahl der neuen Stellen untersucht haben. So sollen von den 7.000 Arbeitsplätzen mehr als 5.300 nicht neu entstanden sein, sondern nur aus Verlegungen resultieren. Darüber hinaus deuten Umfragen an, dass die Mehrheit der Wirtschaftsbosse auf Nachtflüge sehr wohl verzichten kann.

Auf der anderen Seite stehen dagegen Kosten in Milliardenhöhe, welche den Anwohnern und den Gesundheitssystemen entstehen. So wird der Schaden, welcher durch die Behandlung von Krankheiten entsteht, auf 180 Millionen Euro pro Jahr beziffert, die für Herz-Kreislauf-Beschwerden, Psychosen usw. aufgewendet werden müssen.

Denn wer in einer Einflugschneise ohne Nachtflugverbot lebt, ist einem andauernden Lärmpegel ausgesetzt, der zunehmend krank macht. Hinzu kommt, dass viele Immobilienbesitzer quasi mit ansehen müssen, wie deren Vermögenswerte über Nacht einen Teil des Wertes einbüßen. Denn überall dort, wo an Flughäfen auch nachts geflogen wird, sinken die Preise im Immobiliensektor dramatisch.

Dass die Betroffenen in Frankfurt auf eine positive Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts Anfang April hoffen, ist also nur verständlich.

Flughafen: Fraport zieht positive Bilanz

Fraport zieht BilanzDer Betreiber des Frankfurter Flughafens tauchte zuletzt wegen des Streiks der Vorfeldmitarbeiter und der Auseinandersetzung rund um die neue Landebahn in den Schlagzeilen auf. Letzterer ist es aber scheinbar mit zu verdanken, dass der Flughafenbetreiber Fraport für das vergangene Jahr eine positive Bilanz ziehen konnte. Wie Fraport mitteilte, ist die Zahl der Fluggäste im Jahr 2011 gestiegen und hat eine neue Höchstmarke erreicht.

Die knapp 56,5 Millionen Fluggäste bedeuteten im Jahr 2011 eine Steigerung von 6,5 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum. Das operative Ergebnis legte gegenüber 2010 ebenfalls kräftig zu, man erreichte hier einen Zuwachs von 13 Prozent, was mehr als 802 Millionen Euro entspricht. Der Umsatz von Fraport legte im gleichen Zeitraum auf 2,4 Mrd. Euro zu.

Neue Landebahn bleibt Streitpunkt

Einen wesentlichen Teil der positiven Ergebnisse führte Fraport-Chef Stefan Schulte auf die neue Bahn des Flughafens zurück. Um diese hatte es in der Vergangenheit immer wieder Streit mit den Anwohnern gegeben, die sich über den Lärm beschwerten und wieder ihre Ruhe haben wollen. Für Stefan Schulte sind diese Forderungen verständlich, nach dessen Aussage soll es auch wieder ruhiger werden.

Allerdings unterstrich der Fraport-Chef auch die Bedeutung der neuen Landebahn, die den Flughafen als Standortfaktor aufwerte und damit auch Arbeitsplätze schaffe. Kritisch äußerte sich der Fraport-Chef zum Streik der Vorfeldmitarbeiter. Hier will Fraport rechtliche Schritte einleiten, es geht um einen Schaden, der im einstelligen Millionenbereich liegt. Man werde „Schadenersatzforderungen geltend machen müssen“, so Fraport-Chef Stefan Schulte.